NSU Triathlet Moritz Bickel holt sich Ironman Hawaii Qualifikation

NSU Triathlet Moritz Bickel holt sich Ironman Hawaii Qualifikation

Mit fast einem Jahr Verspätung fand am 19. September 2021 der Ironman Klagenfurt statt. Für Moritz konnte es nicht besser laufen. Nach 3,8km Schwimmen im Wörthersee, 180km Radfahren und 42km Laufen kam er nach 9:00:42h ins Ziel. Mit dem Sieg in seiner Altersklasse sicherte er sich die direkte Qualifikation für den Ironman Hawaii 2022 und einen Traum.

Doch bis dahin war es ein langer Weg – vor allem für den Kopf, da die ständigen Unklarheiten in der Planung ermüdend waren. Eine Langdistanz muss gut geplant sein, aber am Ende gibt es dennoch schwer vorhersehbare Komponenten wie Verträglichkeit der Wettkampfverpflegung oder technische Defekte beim Radfahren. Die größte Herausforderung besteht darin die volle Leistung sinnvoll über den gesamten Zeitraum abzurufen. Gemeinsam mit Trainer Felix Schumann wurde ein Trainingsplan ausgearbeitet, der auch noch Spielraum für Job und Freizeit zuließ. Moritz ist sich sicher, dass die konsequente Disziplin, die er über Jahre in sein Training investiert hat, ihn zum Erfolg in Klagenfurt gebracht hat. Doch auch der Support von seinem Umfeld hat maßgeblich dazu beigetragen, an seinem Ziel festzuhalten. So überraschten ihn Papa Bickel und Hagen, die noch überraschend zum Wettkampfwochenende anreisten, um gemeinsam mit Freundin Ines auf der Strecke mit motivierenden Worten und Zwischenzeiten zu unterstützen.

Wettkampftag

Bei guten Witterungsbedingungen startete das Rennen um 07:15 Uhr am Strandbad in Klagenfurt. Per Rolling- Start ging es auf die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke im kristallklaren Wörthersee. Das letzte Drittel führte durch den Lendkanal, wo sich der Schwimmausstieg zur Wechselzone befand. Am Start etwas weiter hinten einsortiert, war Moritz auf den ersten 800 Metern fast nur am Überholen. Dann heftete er sich im Wasserschatten an eine Sechser Gruppe und beendete das Schwimmen solide mit einer Zeit unter 55 Minuten.

Die Wechselzone war recht lang, was aber den Vorteil hatte einen ersten Zwischenstand zu bekommen. Hochmotiviert startete Moritz auf die 180 Kilometer lange Radstrecke über zwei Runden. Auf den ersten 10 Kilometern war es zunächst ein Einpendeln. Dann ging es eher defensiv in einer kleinen Gruppe über 70 Kilometer gut voran. Die kühlen Temperaturen machten ihm zu schaffen und durch einen kurzen Dixi-Stopp verlor er den Anschluss und war zunächst alleine unterwegs. Bei Kilometer 90 gab es durch Papa Bickel, Hagen und Ines einen Motivationsschub und erneute Zwischenzeiten – 1. Platz in seiner Agegroup. Dann kam eine Gruppe von 10 Athleten, an die er sich dran hing. Doch nach wenigen Kilometern verlor er aufgrund eines weiteren Stopps erneut den Anschluss. Jetzt musste er handeln, entweder alleine fahren oder riskieren. Moritz riskierte und holte die Gruppe nach rund 10 Kilometern wieder ein und blieb immer an Ende der Gruppe, um sich aus allen Spielchen und Gedränge möglichst rauszuhalten. In der Wechselzone hatte er bereits gut 2 Minuten Vorsprung auf den zu diesem Zeitpunkt Zweitplatzierten in seiner Altersklasse. Mit „guten Beinen“ und einer schnellen Pace startete Moritz seinen Marathon. Bereits auf den ersten 12 Kilometern konnte er seinen Vorsprung auf 5 Minuten ausbauen. Bis Kilometer 22 war Moritz in seinem angestrebten Wettkampftempo stabil unterwegs. Dann wurden die Kilometerzeiten etwas langsamer, was er aufgrund es Vorsprunges auch zulassen konnte. Mit Gel-, Cola- und Red Bull-Unterstützung lief er letztlich solide ins Ziel. Unter den 9 Stunden zu bleiben, riskierte er am Ende nicht mehr, obwohl der Vorsprung weiter angewachsen war.

Am Ende standen 9:00:42h auf der Uhr. Dies bedeutete Platz 1 AK 25-29 mit 15:48 Minuten Vorsprung, sowie Platz 11 aller Agegrouper und Platz 37 inklusive Profis. Der viel zu kurze Moment des Zieleinlaufs war unbeschreiblich und motiviert auf alle Fälle für die kommenden Monate in der weiteren Vorbereitung für Herbst 2022.

Mit viel Disziplin, regelmäßigem Training und auch einer kleinen Portion Glück, dass keine unvorhersehbaren Zwischenfälle eintraten, erfüllte sich Moritz seinen Traum von Hawaii und das gleich bei seinem Langdistanzdebüt.

Überglücklich und sehr stolz bedankt sich Moritz bei seinen Supportern am Wettkampftag und ein besonderer Dank geht auch an die Sport-Union Neckarsulm, denn diese hat den Ligaathleten ermöglicht, gemeinsam mit dem Jugend Nachwuchsteam, fast durchgehend das Hallenbad für das Training zu nutzen. Das hat nicht nur viel Spaß gemacht, sondern auch über die Rennfreie Zeit hinweggeholfen.